SORTIERT NACH[mehrfache Wahl möglich]

EP Entwerfen 3

MESS

~ A JOURNEY INTO THE DEPTHS OF MATTER ~

 

#MESS #RADICALUNIVERSITY #ASSEMBLAGE #AMBIGUITY#EXPERIMENT

Das diesjährige Bacherlorentwerfen steht ganz unter dem Vorzeichen des MESS. Mit MESS wollen wir das Potenzial räumlicher Unordnung, Unbestimmtheit und Absichtslosigkeit als Ressource freien Handelns und radikaler Aneignung im urbanen Raum ausloten. Wir produzieren ein MESS, um es später wieder aufzuräumen.Aber wie?

 

Im Sinne des Jahresthemas am ./studio3, „ALL AT ONCE - where assemblage meets bricolage“, untersuchen wir das MESS als kompositorisches Gestaltungsprinzip heterogener Einzelteile - als methodischen Ansatz eine materiell und räumlich diverse Architektur zu entwerfen. Im Spannungsfeld klar artikulierter Formen und vagen Raumatmosphären positionieren wir das Experiment.

 

Wir entwerfen eine Universität - eine Assemblage heterogener Einzelteile, als Erweiterung unserer Architekturfakultät am Gelände der ehemaligen Oberhammer Hallen in St. Bartlmä in Innsbruck.

 

In Zeiten von großer klimatischer und geopolitischer Unbestimmtheit, in einer Zeit, in der Flexibilität und intuitives komplexes Denken gefordert sind, sehen sich Orte des Lernens und der Wissensgenerierung gefordert, neue Modi des Miteinander zu entwickeln.

 

Der Wert kritischen Denkens darf nicht als selbstverständlich erachtet werden, sondern muss ständig geübt, ausgedehnt und kultiviert werden. Architektur kann diesen Rahmen und diese Plattform dafür bilden und ein Nexus vielfältiger Möglichkeiten von Inklusion und Interaktion sein.

 

Welche Räume, Typologien und Orte fehlen der Universität um als Labor wirkungsmächtig im Jetzt zu werden?

 

Wir wollen in der Gegenwart denken! Was wollen wir heute für Orte, in denen Wissenschaft und Kunst - also Architektur - Handlungsspielräume für die nahe Zukunft aufbauen können?

 

Unsere Fragestellung - was ist der architektonische Ausdruck einer offenen Universität, eines radikalen Labors? Einer Universität so heterogen wie die urbanste Stadt, die wir uns nur vorstellen können.

 

MESS ist unser Untersuchungsgegenstand und unser Werkzeug zur Raumproduktion.

 

Wir produzieren ein MESS, um es später wieder aufzuräumen. Es geht darum, eine Haltung zu den Dingen zu entwickeln, die in keiner klaren Ordnung stehen, die sich im Prozess befinden und nicht determinierbar sind.

Architektur ist ein Archiv verschiedenster kultureller Werte - die Universität sollte ein offenes Modell sein, Teile dieser Werte im Tun zu hinterfragen und neue zu erproben.

 

In diesem Studio entwerfen wir Orte der Diversität, Komplexität und provozieren unvorhersehbare Überlappungen von Räumen und Funktionen. Wo gehen Ordnung und Bestimmtheit in das Chaos der offenen Kräfte über?

Gefüge aus unterschiedlichen Materialien bestimmen die Atmosphäre unserer Architektur. Die verwendeten Materialien und Raumfragmente reagieren mit Funktionen und Narrationen unserer Universität. Der Hörsaal im Schlamm, das Atelier im Rauch, die Werkstatt im Wasser.

 

Der konkrete Ort, St. Bartlmä und die Halle 3, dienen uns als Ausgangspunkt, als erstes Geschoss unseres neuen Universitätsgebäudes. Wir werfen, kompostieren, gießen, verdichten, verbrennen - wir experimentieren im erweiterten Volumen über der Halle.

 

Im Studio werden wir einen experimentellen Zugang verfolgen. Dabei arbeiten wir wie im Atelier (./studio3) und in Workshops vor Ort: Wir möchten mit euch unmittelbar vom Mess lernen. Materialien untersuchen, transformieren, neu konfigurieren und eure Projekte prozesshaft erarbeiten. Wir werden großformatig, im Modellbau und in der Zeichnung arbeiten, wechseln zwischen verschiedenen analogen und digitalen Gestaltungstechniken von 2D, und 3D, 4D bis hin zu 1:1 Fragmenten.

 

Wir schaffen Möglichkeitsräume für Kinos im All, ein Theater im Hof, die Oper im Wald, ein Schiff über den Berg, einen Hörsaal der Stille, ein Archiv der Steine, Bibliotheken für Vögel oder einen Club für die Waschbären.

 

FRAGEN

 

~ Was ist der architektonische Ausdruck  einer offenen Universität, eines radikalen Labors?

 

~ Welche Räume, Typologien und Orte fehlen der Univerität?

 

~ Hat räumliche Unordnung, Unbestimmtheit und Absichtslosigkeit das Potenzial als Ressource freien Handelns und radikaler Aneignung im urbanen Raum zu dienen?

 

~ Welche Arten von Überschneidungen der Universität mit dem öffentlichen Raum fehlen?

 

~ Was ist das Potenzial räumlicher Unordnung?

 

~ Was ist das Potenzial räumlicher Undefiniertheit?

 

~ Welche Informationen liefert uns die Auseinandersetzung mit dem konkreten Ort?

 

~ Welche Informationen liefert uns die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Materialien in Interaktion?

 

~Welche Gefüge aus unterschiedlichen Materialien bestimmen die Atmosphäre unserer Architektur?

 

ZIELE

 

~ die offene Universität und das radikale Labor

Ein eigenständiger Entwurf einer Universität, als Resultat eines künstlerischen Prozesses am Gelände der Oberhammer Hallen in St. Bartlmä.

Prozesshaftes Entwickeln eines architektonischen Gefüges, aus Qualitäten und Eigenschaften heterogener Bestandteile.

Analyse und Synthese von Recherche und experimentellem Modellbau.

Die Untersuchung des architektonischen Ausdrucks einer offenen Universität, eines radikalen Labors.

 

 

~ das MESS

Das Ziel in der Auseinandersetzung mit der Methode des Mess‘ ist das Definieren einer Haltung.

Welcher Grad an Unordnung, Undefiniertheit oder Unbestimmtheit, kann in einem städtischen Gefüge und einer Architektur als Rahmen und Relief komplexer Überschneidungen nützlich sein?

MESS soll als kompositorisches Gestaltungsprinzip heterogener Einzelteile - als methodischer Ansatz verwendet werden.

 

 

~ Verständnis von Materialität

Sensibilisierung auf Wirkungszusammenhänge, von Raum und Materialität.

Heterogene Gefüge aus verschiedenen materiellen und architektonischen Einzelteilen verstehen.

Übergänge und Schnittstellen von verschiedenen Räumen und Elementen aufs Experimentelle untersuchen.

Lehrende:

Lino Lanzmaier
Ursula Pfligersdorffer

Semester:

WS 22-23

Termin[e]:

05.10.2022, 10.00h